www.technologieland-hessen.de

CAPTIQ: Kreditplattform für Kammerberufler

Wer glaubt, dass Gründerkredite für die Übernahme einer Kanzlei oder Anschlussfinanzierungen für ein Modernisierungsvorhaben einer Praxis Selbstläufer sind, irrt sich gewaltig. Trotz niedriger Ausfallraten ist die Fremdfinanzierung für selbstständige Kammerberufler häufig ein Problem – insbesondere dann, wenn der angefragte Betrag unter 250.000 Euro liegt. Das Fintech CAPTIQ sieht in dieser Angebotslücke eine Chance für institutionelle Investoren, denen vor allem eins wichtig ist: Sicherheit.

Capitq
CAPTIQ-Founder Soraya Braun und Lorenz Beimler
www.technologieland-hessen.de

Nicht nur Start-ups brauchen eine Anschubfinanzierung

Der Start in die Selbständigkeit ist heute in keiner Branche mehr ein Selbstläufer. Und noch etwas haben Existenzgründer gemein: fast alle müssen für ihr Unternehmen Kapital von Außen aufnehmen, weil nicht ausreichend Eigenmittel vorhanden sind. Gegenüber bestehenden Unternehmen sind sie dabei regelmäßig im Nachteil, da sie weder eine Historie noch Sicherheiten vorweisen können. Zudem haben Gründer häufig einen vergleichsweise geringen Kapitalbedarf. Die Crux dabei: Aufgrund von Fixkosten ist die Vergabe kleinvolumiger Kredite für Finanzinstitute kaum attraktiv. „Der Aufwand, eine Gründungsfinanzierung unter Dach und Fach zu bringen, kann daher beträchtlich sein“, konstatiert auch der KfW-Gründungsmonitor. Soweit zu den Gemeinsamkeiten. Große Unterschiede gibt es hingegen bei der Zuverlässigkeit, mit der die Kreditnehmer das aufgenommene Kapital zurückzahlen.

www.technologieland-hessen.de

Ausfallraten machen den Unterschied

Kammerberufler wie z. B. Ärzte, Ingenieure, Steuerberater oder Rechtsanwälte genießen nicht zu unrecht den Nimbus der „sicheren Bank“. Die Ausfallraten dieser Berufsgruppen liegen mit durchschnittlich 0,29% p.a. auf rekordverdächtig niedrigem Niveau. Bei Banken und Vermögensberatern sind die Kammerberufler aber heute vor allem dann begehrte Kundengruppen, wenn es um den Verkauf von Anlage- und Vorsorgeprodukten geht. Anträge auf Kredite unter 250.000 Euro werden mit Verweis auf den Prüfungsaufwand häufig abgelehnt. Was auch daran liegt, dass der Kreditvergabeprozess im Geschäftskundenbereich vieler Banken bislang kaum digitalisiert ist. Aufgrund hoher Auflagen und niedriger Zinsen zahlt sich das Kreditgeschäft für Finanzinstitute meist nur noch über Cross-Selling aus. 

Im Finanzierungssektor haben sich mittlerweile alternative Online-Angebote entwickelt, bspw. in Form von Crowdfunding- oder Crowdlending-Plattformen. Solche Plattformen für Unternehmen sind für Kammerberufler in der Regel nicht zugänglich, da die weit überwiegende Mehrheit nicht als Kapitalgesellschaften formiert sind. Plattformen für Privatkredite sind wiederum nicht auf die Anforderungen an Darlehenshöhe und Laufzeit ausgerichtet.

 

www.technologieland-hessen.de

Attraktive Nische für institutionelle Investoren

Der Widerspruch zwischen schwierigem Zugang zu Kapital trotz attraktiver Bonität ließ die beiden Gründer Soraya Braun und Lorenz Beimler nicht ruhen. Aus einer Projektarbeit am Finanzlehrstuhl der Frankfurt University wurde für die beiden ein Geschäftsmodell, mit dem dieser unterversorgte Markt bedient werden kann – eine Nische mit einem jährlich nachgefragten Finanzierungsvolumen von immerhin rd. 8 Milliarden Euro. Die Haupterkenntnis war es, dass das Risikoprofil der Darlehensnehmer ziemlich genau den Anforderungen institutioneller Anleger wie Versorgungswerke oder Pensionskassen, Depot A-Manager oder Versicherer entspricht. Deren Problem: es gibt bis dato keinen Weg, in solche Assets zu investieren. Damit war klar, hier gibt es einen ‚perfect match‘, jetzt musste nur noch das passende Anlagevehikel entwickelt werden.

www.technologieland-hessen.de

Die Win-Win-Win-Lösung

CAPTIQ hat eine Lösung für Banken, Maklerpools und unabhängige Finanzierungs- und Vermögensberater entwickelt, die eine digitale, automatisierte und damit deutlich schnellere Darlehensvergabe an Kammerberufler ermöglicht. Das Geschäftsmodell bindet Finanzberater und Banken in den Vertrieb ein, statt als Konkurrenz aufzutreten. Die Partner übernehmen den Vertrieb und können im Gegenzug ihre Kosten senken, den Service verbessern und damit die eigene Kundenbeziehung sichern.

Finanzierungsanfragen können unkompliziert und schnell über die von CAPTIQ bereitgestellte Web-Applikation gestellt werden. Algorithmen, die für die trennscharfe Bestimmung einer Ausfallquote speziell von nicht-bilanzierenden Rechtsformen und Gründern entwickelt wurden, bestimmen die Bonität. Die angebotenen Zinssätze sind mit Blick auf die Gesamtbedingungen selbst gegenüber Förderbanken auf Wettbewerbsniveau und mit einer Kreditentscheidung innerhalb von ein bis zwei Werktagen deutlich schneller verfügbar.

Anschließend werden die Darlehen in kürzester Zeit (1 bis 2 Werktage, je nach Darlehensart) ausbezahlt, welche wiederum über die von CAPTIQ bereitgestellte Investorenstruktur refinanziert werden.

 

www.technologieland-hessen.de

Platzierung der ersten Anleihe gestartet

Hierfür hat das Frankfurter Fintech die Ausgabe einer Anleihe vorbereitet, die derzeit platziert wird. Die Inhaberschuldverschreibung wird durch die Investment-Grade-Risikoeinstufung von BBB- (Eingeschränkt) durch die ESMA-akkreditierte Ratingagentur Creditreform eingestuft. Dieses Mindest-Rating ist in den Statuten vieler sicherheitsorientierter Investoren mit langfristigen Anlagehorizonten festgelegt. 

Mit einer angestrebten Ausschüttung von ca. 2,6 % p.a. und einer Ausfallgarantie, die zum Teil CAPTIQ selbst einbringt, wird eine Zielgruppe adressiert, die beim aktuellen Zinsumfeld unterversorgt ist und händeringend nach defensiven Anlagemöglichkeiten mit positiver Verzinsung sucht.

www.technologieland-hessen.de

Das Land Hessen fördert

Das Land Hessen unterstützt das Start-up CAPTIQ aus Frankfurt durch eine Finanzierung in Form einer offenen Kapitalbeteiligung mit einem hohen sechsstelligen Betrag durch den Fonds Hessen Kapital III (EFRE).

Innovation
Innovation
Das Kompetenzfeld "Innovation" unterstützt technologie- und branchenübergreifend Unternehmen rund um das Thema Innovationsmanagement. Zudem berät und fördert es Gründer und Start-ups. Die Vernetzung zwischen Experten unterschiedlicher Technologien steht im Vordergrund mit dem Ziel Innovationen zu ermöglichen.
veröffentlicht am
Weitersagen

Hessen Trade & Invest GmbH
Technologieland Hessen

Konradinerallee 9
65189 Wiesbaden
Tel +49 611 95017-8672
info@technologieland-hessen.de
Logo Hessen Trade & Invest