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14.07.2021

Neues Institut für mehr Biodiversität

Bündelung der Biodiversitätsforschung in Hessen | Bindeglied zwischen Wissenschaft und Naturschutzpraxis

Neben dem Klimawandel ist der zunehmende Verlust an Tier- und Pflanzenarten die größte Umweltbedrohung. Um die Forschung über Biodiversität zu intensivieren, haben sich heute mit der Goethe-Universität die Universitäten Gießen, Marburg und Kassel, die TU Darmstadt, die Hochschule Geisenheim, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zu einem hessischen Kompetenzzentrum zusammengeschlossen, dem Lore-Steubing-Institut für Biodiversitätsforschung. Das Institut wird zudem mit im Naturschutz engagierten Akteuren und Verbänden kooperieren.

„In Hessen haben wir viel auf den Weg gebracht, um die Biodiversität zu schützen. Wir kümmern uns um die Vernetzung von Biotopen, wir schützen den Feldhamster und andere Arten der Feldflur, und wir haben 10 Prozent unseres Waldes als Naturwälder ausgewiesen, in denen sich Arten des Waldes frei entfalten können. Die Finanzmittel für den Naturschutz haben wir in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert, dazu gehören auch die Mittel für die Biodiversitätsforschung. Wir wollen den Artenschwund aufhalten, und deshalb brauchen wir eine fundierte wissenschaftliche Grundlage kombiniert mit den Erfahrungen aus der Praxis, um weiter gezielt die richtigen Rahmenbedingungen setzen zu können. Das Lore-Steubing-Institut wird uns bei dieser großen Herausforderung ein wichtiger Ratgeber sein“, sagte Umweltministerin Priska Hinz.

„Die Klimakrise und den Verlust von Biodiversität können wir nur gemeinsam bewältigen und damit unserer aller Zukunft sichern. Dieses Gebot der Zusammenarbeit gilt auch für die Wissenschaft“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Das neue Lore-Steubing-Institut vereint Know-how und hochkarätige Forschung zur Biodiversität unter einem hessischen Dach – und ist damit ein hervorragendes Beispiel für die geballte Kraft von Forschungsverbünden. Mit seiner Arbeit wird das Institut maßgeblich zur wichtigen wissenschaftlichen Grundlage beitragen, damit in der Politik mehr für die Biodiversität erreicht wird.“

Durch die organisatorische und personelle Zusammenarbeit und Verzahnung möchten die Partner des LSI neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den verschiedenen Elementen der Biodiversität und des Naturschutzes in Hessen gewinnen. Zudem ist es das Ziel, den gegenseitigen Austausch zwischen Wissenschaft und Naturschutzpraxis zu fördern. Dafür führen die Partner des LSI gemeinsam angewandte Forschungsprojekte zu in Hessen relevanten Naturschutz- und Biodiversitätsthemen durch, vermitteln Fachwissen und beraten die Politik. Das Institut plant außerdem, mit Naturschutzorganisationen und -stiftungen, Landschaftspflegeverbänden und weiteren im Naturschutz Engagierten zusammenzuarbeiten. Themenfelder, die das LSI für seine Arbeit ins Auge gefasst hat, sind zum Beispiel das Insektensterben in Hessen, Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität und auch das Management und Monitoring von Tier- und Pflanzenarten sowie innovative Methoden für das Umwelt- und Naturschutzmonitoring.

„Die Gründung des LSI stellt einen Quantensprung in der Biodiversitätsforschung für Hessen dar, da zum ersten Mal in Deutschland ein solcher Zusammenschluss von hochkarätigen Forschungseinrichtungen unter Beteiligung einer Naturschutzfachbehörde, dem HLNUG, gelungen ist“, sagt HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid. „Damit sind wir in der Lage, viele Fragen und Herausforderungen in der Biodiversitätsforschung in der Zukunft gemeinsam zu bewältigen.“

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, die von Anfang an bei allen Überlegungen des HLNUG zum LSI dabei war, sagt: „Die Bündelung der hessischen Expertise für Naturschutz und Biodiversitätsforschung unter einem Dach gibt diesen existenziellen Zukunftsthemen mehr Sichtbarkeit und hilft uns dabei, den regionalen Auswirkungen des Klimawandels wirksam entgegenzutreten. Wir freuen uns sehr, dass im Laufe des Entstehungsprozesses mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Hochschule Geisenheim, der Philipps-Universität Marburg, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Kassel sechs weitere forschungsstarke Partnerinstitutionen hinzugekommen sind.“

Die Namensgeberin des Institutes, Prof. Dr. Dr. h. c. Lore Steubing (1922-2012), leistete vorbildhafte Pionierarbeit für die ökologische Forschung in Deutschland. Sie war Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Gründerin des ersten botanischen Institutes mit ökologischer Ausrichtung und trug maßgeblich zur Gründung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) bei. Als Würdigung ihrer Verdienste trägt das LSI ihren Namen.

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