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23.02.2018

Parlamentarischer Abend der hessischen Gesundheitsindustrie in Berlin

Hessische Initiativen zur Bekämpfung Vernachlässigter Tropenkrankheiten vorgestellt

Diskutierten am Parlamentarischen Abend zu Forschung und Wirkstoffentwicklung im Kampf gegen NTDs (v.l.): Professor Jochen Maas (Sanofi Deutschland), Tarek Al-Wazir (Hessischer Wirtschaftsminister), Professor Karl Max Einhäupl (Vorstandsvorsitzender Charité-Universitätsmedizin Berlin), Professorin Katja Becker (Justus-Liebig-Universität Gießen), Ingolf Baur (Moderator) (Bild: HTAI/Rother)
Diskutierten am Parlamentarischen Abend zu Forschung und Wirkstoffentwicklung im Kampf gegen NTDs (v.l.): Professor Jochen Maas (Sanofi Deutschland), Tarek Al-Wazir (Hessischer Wirtschaftsminister), Professor Karl Max Einhäupl (Vorstandsvorsitzender Charité-Universitätsmedizin Berlin), Professorin Katja Becker (Justus-Liebig-Universität Gießen), Ingolf Baur (Moderator) (Bild: HTAI/Rother)

Berlin/Wiesbaden – Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen von Vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases - NTD) betroffen. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben eine gemeinsame ethische Verantwortung bei der Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten. Der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir stellte im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin hessische Initiativen zur Forschung und Wirkstoffentwicklung bei der Bekämpfung dieser Krankheiten vor. Der gemeinsamen Einladung der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) und der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) folgten rund 100 Gäste, darunter hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Hessen handelt: Forschungsaktivitäten und –kooperationen zur Bekämpfung der NTD

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet aktuell 20 „Vernachlässigte Tropenkrankheiten“, wie z. B. Lepra, Dengue-Fieber oder Elephantiasis. In den entwickelten Ländern werden diese vernachlässigten Krankheiten vor allem deshalb zum Thema, weil ihre globale Verbreitung durch Faktoren wie Klimawandel, globaler Handel, Tourismus und Migration begünstigt werden. Gleichzeitig gibt es für die meisten Tropenkrankheiten zu wenige wirksame Medikamente, weil die meisten Betroffenen in aller Regel keine Möglichkeiten haben, viel Geld für Medikamente auszugeben und damit die Refinanzierung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Gesundheitsindustrie kaum darstellbar ist. „Hessen als stärkster Pharmastandort in Deutschland stellt sich seiner Verantwortung, seine Kompetenzen zur Behandlung der Vernachlässigten Tropenkrankheiten einzusetzen. Ich bin stolz darauf, dass es Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Hessen in einer gemeinsamen Initiative gelungen ist, die hervorragenden Kompetenzen zu bündeln und zu verstärken. Das neue, vom Land geförderte Forschungszentrum DRUID wird der Entwicklung von Wirkstoffen gegen die Vernachlässigten Tropenkrankheiten einen großen Schub geben und dazu beitragen, das Leben vieler Millionen Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern“, sagte der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in seiner Begrüßung.

Zu zwölf der insgesamt 20 Indikationen gibt es in Hessen Forschungsaktivitäten an Hochschulen und in pharmazeutischen Unternehmen. „Wichtig bei der Bekämpfung und Eindämmung der Vernachlässigten Tropenkrankheiten wird auch weiterhin die verstärkte Verzahnung von industrieller und Hochschulforschung sein, um hier dem vielfach noch ungedeckten medizinischen Bedarf bei Prävention, Bekämpfung und Behandlung nachzukommen“, so Professor Jochen Maas, Leiter der Werkstatt „Wissenschaft und Forschung“ der IGH und Forschungsgeschäftsführer Sanofi Deutschland. „Mit der konsequenten Entwicklung infektionsbiologischer Forschung durch Projekte wie dem DRUID-Zentrum werden wir in der Lage sein, wichtige Beiträge zur Eindämmung der NTD zu leisten.“

Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH betonte: „Die Bekämpfung von Vernachlässigten Tropenkrankheiten ist eine Aufgabe, die Innovation sowie internationale Zusammenarbeit und Vernetzung erfordert. Das sind genau die Kompetenzen der HTAI. Daher bringen wir gemeinsam mit der IGH dieses wichtige Thema auf die politische Agenda.“

Expertise bündeln: Das Forschungszentrum DRUID

Das durch die Hessische Landesregierung geförderte Forschungszentrum DRUID (Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases) ist ein prominentes Beispiel der Bündelung vorhandener Kapazitäten und exzellenter Expertise in Hessen. Im Rahmen des LOEWE-Programms (LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) wird das Zentrum seit Anfang 2018 über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer Gesamtsumme von rund 19 Millionen Euro gefördert. „In DRUID arbeiten über 30 erfahrene Wissenschaftler sowie viele Nachwuchswissenschaftler in 25 interdisziplinären Projekten zusammen, um dringende Fragen zur Identifikation und Charakterisierung potenzieller Zielmoleküle für die Entwicklung von Wirkstoffen, Vakzinen und Diagnostika gegen armutsassoziierte und vernachlässigte Infektionskrankheiten zu klären. Ich freue mich sehr, dass sich Hessen dieses wichtige Thema auf die Fahnen schreibt“, erläuterte Professorin Katja Becker, Sprecherin für das LOEWE-Zentrum DRUID und Mitglied des Lenkungskreises der IGH.

Die Herausforderungen bei der Bekämpfung der Infektionskrankheiten lassen sich nicht im Alleingang lösen. Die Hessen Trade & Invest GmbH hatte daher gemeinsam mit der IGH bereits im Jahr 2015 mit einem Kooperationsforum den Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gestartet.

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