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01.02.2021

Hessen zeigt Stärke für innovative Materialien

Nachhaltige Werkstoffe helfen, die Ziele des europäischen Green Deal zu erfüllen – Mehrteilige Veranstaltungsreihe am 21. Januar gestartet

Wiesbaden/Brüssel - Die EU hat mit dem Green Deal die Weichen gestellt: Bis 2050 sollen keine Netto-Treibhausgase mehr freigesetzt werden. Außerdem will die EU bis dahin das Wirtschaftswachstum vom Rohstoffverbrauch abkoppeln, um Wohlstand zu sichern und gleichzeitig Ressourcen zu schonen. Doch wie gelingt das? Welche Rolle spielen innovative Materialien? Und welche Beiträge kann Hessen dazu leisten?
Veranstaltungsreihe Materials for the European Green Deal
Veranstaltungsreihe Materials for the European Green Deal © HTAI (Design von bartels+drescher)

Mit der Veranstaltungsreihe Materials for the European Green Deal wollen das Technologieland Hessen und das Materials Valley e.V. auf diese Fragen konkrete Antworten geben. „Die Veranstaltungsreihe wird Experten aus der Materialwissenschaft und der industriellen Entwicklung zusammenführen und eine Plattform für engen Austausch schaffen.“, erläutert Mitorganisator Andreas Brumby, Leiter der Umicore Technical Academy und Mitglied des Vorstandes Materials Valley e.V.


Wissen ist in Hessen zuhause
„Um die Ziele des Green Deal zu erreichen, müssen sich alle in Europa gehörig anstrengen“, erklärte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Auftaktveranstaltung, die am 21. Januar online stattfand. Hessen hat als leistungsfähige und innovative Region eine gute Startposition: Der Regierungsbezirk Darmstadt lag 2019 im europäischen Regional Competitiveness Index an 13. Stelle von insgesamt 268 europäischen Regionen. Im bundesweiten Vergleich erreicht der Regierungsbezirk sogar den 3. Platz der innovativsten Regionen, auch die Regierungsbezirke Gießen und Kassel schneiden im Vergleich gut ab. Mit 38 Hochschulen hat das Land eine überdurchschnittliche Hochschuldichte, knapp 20 Prozent der Beschäftigten verfügen über einen Hochschulabschluss.

Hessen wird die Ziele des europäischen Green Deal in die Landespolitik integrieren. Dafür sind laut Al-Wazir zwei zentrale Strategien geplant: die hessische Innovationsstrategie 2021-2027, die kurz vor der Veröffentlichung steht, und die Neuauflage des Integrierten Klimaschutzplans des Landes.

Wenn zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Mobilität, Industrie oder Landwirtschaft klimaneutral werden sollen, braucht es vor allem maßgeschneiderte Werkstoffe. Etwa 70 Prozent aller Innovationen hängen von Neuentwicklungen der Materialien ab. „Materialinnovationen sind der Treiber für technologische Entwicklungen und Basis für effizientere Produktionsprozesse. Damit tragen sie maßgeblich dazu bei, die drängenden Herausforderungen im Kontext des Green Deal erfolgreich zu meistern.“, betont Prof. Tobias Melz, Vorsitzender des Materials Valley und Leiter des Fraunhofer LBF. Eng verbunden damit ist auch die Frage, wie sich kritische oder gesundheitsschädliche Stoffe ersetzen lassen und wie es gelingt, komplexe Produkte zu recyceln und in den Kreislauf zurückzuführen.

Hessische Unternehmen mit Schlüsselkompetenzen
Genau an dieser Schlüsselposition zeigt die hessische Forschungs- und Entwicklungslandschaft ihre Stärken. Unternehmen aus Chemie und Pharma wie Evonik und Merck haben langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Verarbeitung von Stoffen, die bestimmte Eigenschaften zeigen und komplexe Funktionen erfüllen. Unternehmen aus Automotive und der Metall- und Kunststoffverarbeitung verarbeiten Werkstoffe zu Produkten und Bauteilen, die Fahrzeuge, Gebäude, Maschinen und Güter des alltäglichen Bedarfs energieeffizient und klimafreundlich machen. „Ganz Hessen ist ein Materials Valley“, formuliert Sebastian Hummel, der sich im hessischen Wirtschaftsministerium insbesondere mit technologischen Innovationen und ressourceneffizienter Produktion beschäftigt.

Klimafreundliches Wirtschaften in Hessen spannt einen großen Bogen über nahezu alle Branchen. Der Edelmetallspezialist Heraeus mit Sitz in Hanau hat beispielsweise effiziente und ressourcenschonende Katalysatoren entwickelt, mit denen sich klimaneutral Wasserstoff erzeugen lässt. Die Epowit Bautechnik aus Eichenzell bietet ein anorganisches Beschichtungssystem aus Hüttensand und Wasserglas an. Damit erhalten Betonbauwerke eine emissionsfreie, keramische Beschichtung, die für eine lange Lebensdauer sorgt. Das Darmstädter Start-up MagnoTherm Solutions will 2021 eine neuartige und klimafreundliche Kühltechnologie auf den Markt bringen. Die Systeme nutzen eine spezielle Eisenlegierung, die ein Fluid temperiert, und kommen ganz ohne umweltschädliche Kältemittel aus. Der weltweit tätige Materialtechnologie- und Recyclingkonzern Umicore ist – u.a. mit seinem Forschungsstandort Hanau - führender Hersteller von Kathodenmaterialien für Li-Ionen-Batterien und von Katalysatoren und liefert Materialien für emissionsfreie Elektromobilität und eine Wasserstoffwirtschaft.

Dekarbonisierung: Wasserstoff statt Kohlenstoff
Eine große Rolle in Industrie, Energieversorgung und Mobilität soll künftig der Wasserstoff spielen – das Gas ist einerseits selbst Energieträger, der mit Solar- und Windstrom klimaneutral erzeugt werden kann. Andererseits ist Wasserstoff Ausgangsprodukt für zahlreiche wichtige Chemikalien und klimafreundliche Kraftstoffe. Die europäische Wasserstoffstrategie vom Juli 2020 beschreibt die große Bedeutung des Wasserstoffs für die Dekarbonisierung. Allerdings braucht es für Herstellung, Speicherung, Transport, Umwandlung und Nutzung des Gases geeignete Werkstoffe und Anlagen. „Ohne eine innovative Industrie geht das alles nicht“, betonte bei der Auftaktveranstaltung Christian Weinberger, Wasserstoffkoordinator der Europäischen Kommission.
Die sogenannte Clean Hydrogen Alliance führt daher Forschung und Unternehmen aus den EU-Mitgliedsstaaten zusammen, um „eine robuste Pipeline mit wirksamen, länderübergreifenden Projekten zu füllen“. Die dafür eingerichteten Runden Tische beginnen im Februar mit ihren Arbeiten. In Hessen sind die H2-BZ-Initiative und die Landesenergieagentur zentrale Anlaufstellen für Fragen zur Wasserstoffwirtschaft.

Nächster Termin: Dekarbonisierung des Verkehrs
Im Rahmen der Reihe Materials for the Green Deal wird es mehrere Einzelveranstaltungen geben, die gezielt aktuelle Themenfelder beleuchten. Direkt weiter geht es am 02. März mit Materialinnovationen zur Dekarbonisierung des Verkehrs, am 22. April zur Dekarbonisierung der Industrie. Die Anmeldung für beide Veranstaltungen ist bereits freigeschaltet. In den darauffolgenden Sessions stehen unter anderem Materialinnovationen für private Haushalte, Energiesysteme, Landwirtschaft, Leichtbau, Stromnetze und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt.

Text: Dipl.-Ing. Christa Friedl

Diese Veranstaltungsreihe ist ein gemeinsames Projekt von Materials Valley e.V. und Technologieland Hessen. Weitere Informationen zur Reihe und die Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier: 

Weitere Infos und Anmeldung

Materials Valley e.V. ist ein seit 2002 bestehender Verein unter Beteiligung von Industrieunternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Institutionen der Länder zur Förderung von Technologie und Wirtschaft und Privatpersonen.

Informieren, beraten, vernetzen: Das Technologieland Hessen unterstützt Unternehmen dabei, zukunftsweisende Innovationen zu entwickeln. Umgesetzt wird das Technologieland Hessen von der Hessen Trade & Invest GmbH im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums.

Sandro Szabo
Sandro Szabo
Ansprechpartner im Technologieland Hessen

Dr. Sandro Szabo

Projektleiter Materialtechnologien
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Kooperations Partner
  • Materials Valley e.V.
    Materials Valley e.V.
    Materials Valley e.V.
    Der Verein Materials Valley e.V. wurde im Frühjahr 2002 unter der Beteiligung von Industrieunternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Institutionen der Länder zur Förderung von Technologie und Wirtschaft und Privatpersonen gegründet. Ziel des Vereins ist die Profilierung der Region Rhein-Main als High-Tech Standort für Materialforschung und Werkstofftechnologie. Dies beinhaltet den Ausbau von Wissensnetzen zu einem langfristig angelegten Forschungsverbundnetz zwischen den wissenschaftlichen Instituten und Unternehmen der Region sowie zwischen Unternehmen als Grundlage für Kooperationen, gemeinsame Forschung und Entwicklung.
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