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17.03.2021

Von der Spritze bis zum Impfstoff

Hessen profitiert vom engen Schulterschluss zwischen Gesundheitsindustrie und Landesregierung

Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie haben sich in kürzester Zeit starke Kooperationen entwickelt. Mit zu verdanken ist das gute Zusammenspiel der langjährigen und engen Zusammenarbeit der bereits im Jahr 2013 gegründeten Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH), die sich aus Akteuren der Gesundheitsindustrie, der Wissenschaft, der Arbeitnehmerschaft sowie der Landesregierung zusammensetzt. Davon profitiert Hessen in der aktuellen Situation.
VCI Hessen Geschäftsfüher Gregor Disson (links) und der Hessiche Ministerpräsident Volker Bouffier (rechts).
VCI Hessen Geschäftsfüher Gregor Disson (links) und der Hessiche Ministerpräsident Volker Bouffier (rechts). © VCI Hessen

Sanofi füllt demnächst für BioNTech in Frankfurt Impfstoff ab, Evonik und Merck produzieren Vorprodukte wie z.B. die für mRNA-Impfstoffe unerlässlichen Lipide, die hessischen Medizinprodukteunternehmen B. Braun und Fresenius liefern die notwendigen Mengen an Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung, ohne die das Impfen nicht möglich wäre. „Wir haben etwas, was so kein anderes Bundesland hat. Von der Spritze bis zum Impfstoff, ist alles aus hessischer Hand. Erst kürzlich haben wir vertrauensvoll bei der Genehmigung des BioNTech Werkes in Marburg zusammengearbeitet und damit in Rekordgeschwindigkeit die Impfstoffproduktion ermöglicht“, stellte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Anschluss an die digitale Sitzung des Lenkungsausschusses der IGH dar.

VCI-Notfallplattform Corona unterstützt Gesundheitsindustrie

„Wichtig für die Öffnungsperspektive der Wirtschaft ist nun das zügige Impfen der Bevölkerung sowie eine ausgeweitete Teststrategie. Wir sollten uns im Sinne aller hier keine Verzögerungen mehr leisten“, so Gregor Disson, Geschäftsführer des Industrieverbandes VCI Hessen und Mitglied im Lenkungskreis der Initiative. Beim Impfen gelte es auch, über den Impfstoff hinaus die notwendigen Utensilien wie Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung bereit zu stellen. Hier gebe die seit dieser Woche live geschaltete VCI-Notfallplattform Corona Hilfestellung. Von der Bundesregierung mandatiert habe der VCI diese in enger Abstimmung mit BMG und BMWi aufgebaut. Über die Plattform solle hier Angebot und Nachfrage organisiert werden. Die Mitwirkung der Länder sei hier zentral. „Die Hersteller von Impfzubehör benötigen verbindliche Vorschauen hinsichtlich der Impfstofflieferung in die Länder, um die Versorgung mit Zubehör zu gewährleisten. Der Impfplan sollte den Unternehmen – etwa über die VCI-Notfallplattform Corona - transparent gemacht werden, damit die Lieferfähigkeit gewährleistet bleibt“, mahnte Gregor Disson an.

Wissenschaft und Arbeitnehmer Teil der Initiative 

Die Forschung steht am Anfang einer jeden Innovation. So erklärt sich auch sofort die Mitarbeit der Wissenschaft in der Initiative. „In direkter Nachbarschaft der Unternehmen ist die Pharmaforschung an den Universitäten Frankfurt, Gießen und Marburg und den zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen exzellent aufgestellt. Ein neuer Fraunhofer-Standort für immunologische Infektions- und Pandemieforschung entsteht z.B. in Penzberg in Kooperation mit dem Frankfurter Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie“, berichtet Professor Gerd Geisslinger, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie am Klinikum der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Vertreter der Wissenschaft im Lenkungskreis der Initiative, und weist auch auf die aktuellen Aktivitäten in der Therapeutika-Forschung an der Universität in Frankfurt hin. Professor Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi-Aventis Deutschland und Werkstattleiter in der IGH, ergänzt: „Wir brauchen eine gemeinsame Offensive für mehr Technologieoffenheit. Wir sehen dies aktuell bei der Anpassung der Impfstoffe an die Mutationen: Mithilfe von Gentechnik kann diese in wenigen Wochen gelingen, ohne diese Technik würde es Jahre dauern.

„Die Arbeitnehmer in der chemisch-pharmazeutischen Industrie waren belastbar und verlässlich in der Krise, obwohl auch sie häufig mit der Doppelbelastung durch Kinderbetreuung, Homeschooling und Berufstätigkeit zurechtkommen mussten, wir müssen über die Krise hinausdenken und an die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte denken. Ohne diese wird der Standort Hessen nicht zukunftsfähig sein. Insbesondere Qualifizierung in den Bereichen Digitalisierung und KI sind hier wichtige Stichpunkte“, sagt Sabine Süpke, Vorsitzende der IG BCE Hessen-Thüringen. Innovative digitale Ansätze sind für alle Bereiche der Gesundheitsindustrie von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produktion und Versorgung überlebenswichtig. Das zeigt sich jetzt besonders während der Pandemie. Das beinhaltet einen harmonisierten Datenaustausch über alle 16 Bundesländer hinweg, ebenso wie einheitliche IT-Standards und interoperable Systeme in Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, Praxen und Forschungseinrichtungen.

Weitere Infos bekommen Sie hier:

Ansprechpartner Frau Ursula Kirchner
Verband der Chemischen Industrie e.V.
Landesverband Hessen (VCI Hessen)
Mainzer Landstraße 55
60329 Frankfurt am Main

Telefon: 069-2556-1534
Fax: 069-2556-1614
E-Mail: lvhessen@vci.d
www.vci.de/hessen

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