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02.07.2021

Drei neue LOEWE-Schwerpunkte - Unterstützung für hervorragende Forschungsprojekte

18 Millionen Euro für Nachhaltige Landwirtschaft, bessere Medikamente und Therapie für die Leber

Drei neue LOEWE-Schwerpunkte erhalten in der 14. Staffel des hessischen Forschungsförderungsprogramms Unterstützung aus Landesmitteln. Das hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf Grundlage der Bewertungen der externen Fachgutachtenden und der Empfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden. Die ausgewählten Forschungsprojekte erhalten ab 1. Januar 2022 aus dem Landesprogramm Projektmittel in Höhe von insgesamt rund 18 Millionen Euro für die Laufzeit von vier Jahren. Erstmals gab es neben der themenoffenen auch eine themengebundene Ausschreibung zum Thema „Nachhaltigkeit“.

„Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Um sie stabil zu gestalten und zugleich veränderungsfähig in die Zukunft zu führen, brauchen wir die Gedanken und die Lösungen vieler kluger Köpfe – und dazu gehört auch die Spitzenforschung, die wir mit unserem bundesweit einmaligen Forschungsförderungsprogramm LOEWE fördern“, erklärt Wissenschaftsministerin Angela Dorn. Wir unterstützen in dieser Förderstaffel erstmals einen LOEWE-Schwerpunkt explizit zum Thema Nachhaltigkeit, denn gerade mit Blick auf die Klimakatastrophe und den Verlust der Artenvielfalt ist es wichtiger denn je, dass Forschungseinrichtungen zu diesem Thema interdisziplinär zusammenarbeiten. Aber auch die neuen LOEWE-Schwerpunkte in der themenoffenen Ausschreibung widmen sich mit Kreativität, Innovationsfähigkeit und Forschungsgeist entscheidenden Fragen für die Zukunft.“

„Dem Programmbeirat ist es angesichts der sehr guten Antragslage nicht leichtgefallen, seine Förderempfehlungen im Sinne der Bestenauslese zu formulieren“, ergänzt Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorsitzender des LOEWE-Programmbeirats. „Die Beiratsmitglieder haben nicht nur die strengen Auswahlkriterien nach Maßgabe der wissenschaftlichen Exzellenz angelegt, sondern auch auf die Passung der Vorhaben in die langfristigen Strategien der beteiligten Wissenschaftseinrichtungen geachtet. Wegen der andauernden Corona-Pandemie fanden alle Begutachtungen auch in diesem Jahr videogestützt statt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die ausgewählten LOEWE-Schwerpunkte entwickeln und welche Impulse sie für die strategische Entwicklung der Wissenschaftsinstitutionen setzen werden.“

Die Projekte im Einzelnen

  • Welche Bedeutung hat die Integration von Tierhaltung und Pflanzenbau für die Landwirtschaft der Zukunft?
    GreenDairy – Integrierte Tier-Pflanze-Agrarökosysteme
    Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Andreas Gattinger
    Federführung: Justus-Liebig-Universität Gießen
    Projektpartner: Universität Kassel

    Das Vorhaben GreenDairy untersucht auf der ökologisch bewirtschafteten Lehr- und Forschungseinheit (LFE) Gladbacherhof der Justus-Liebig-Universität Gießen die Funktionsweise und Nachhaltigkeit so genannter „High-Input-“ und „Low-Input-“ Milchproduktionssysteme. High Input bedeutet, dass Tiere mit einem hohen Anteil an Maissilage und Kraftfutter gefüttert werden, im Low Input vorwiegend mit Raufutter, also basierend auf Grünland. Aufgrund der deutlich höheren Produktivität im High-Input-System werden günstigere Umweltwirkungen pro Einheit tierischer und pflanzlicher Erzeugnisse bei gleichbleibendem Tierwohl erwartet. Der LOEWE-Schwerpunkt liefert wichtige Impulse für die Agrarsystemforschung sowie Handlungsempfehlungen für die Beratung und Praxis.
  • Kann man mit künstlichen Gefäßsystemen 3D-Zellverbände versorgen?
    FLOW2W FOR LIFE
    Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Ulrike Nuber, Prof. Dr. Jeanette Hussong
    Federführung: Technische Universität Darmstadt

    Neue Medikamente durchlaufen umfangreiche präklinische Untersuchungen, einschließlich Tierversuchen. Dennoch erweisen sich vier Fünftel davon erst nach diesem Prozess, wenn sie an Menschen erprobt werden, als nicht ausreichend effektiv oder sogar toxisch und können nicht zugelassen werden. Ein wichtiger Faktor dieser hohen Misserfolgsrate sind Tiermodelle, da sie menschliche Krankheitsprozesse und Medikamentenreaktionen oft nicht ausreichend gut widerspiegeln. Im Labor hergestellte, dreidimensionale Nachbildungen von Organen sind eine vielversprechende Neuentwicklung für Tests der Wirksamkeit und Toxizität an menschlichen Zellen außerhalb des Körpers. Ein großes Problem dabei sind allerdings funktionierende Gefäßsysteme. Im neuen LOEWE-Schwerpunkt werden ingenieurtechnische Konzepte angewendet, um steuer- und messbare künstliche Versorgungsnetzwerke für eine ausreichende Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr organähnlicher dreidimensionaler Zellverbände zu entwickeln.
  • Wie kann man eine lebensbedrohliche Erkrankung behandeln, welche die Funktion vieler Organe beeinträchtigt?
    ACLF I –  Pathogenetische Mechanismen des akut-auf-chronischen Leberversagens
    Wissenschaftliche Koordination: Uni.-Prof. Dr. med. Jonel Trebicka
    Federführung: Goethe Universität Frankfurt
    ProjektpartnerFraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME (Gießen), Georg-Speyer-Haus (Frankfurt), Paul-Ehrlich-Institut (Langen)

    Die Zirrhose ist eine chronische Leberkrankung, die häufig schwer verläuft und bis zum Tod führen kann. Durch Komplikationen kann eine relativ stabile Zirrhose in einen Zustand übergehen, in dem die übrigen Organe den Funktionsausfall nicht mehr ausgleichen können. In einigen Fällen kommt es dann zum akuten Organversagen, dem ACLF (akut-auf-chronisches Leberversagen). Dessen Entstehung ist noch unzureichend erforscht, Behandlungsoptionen gibt es noch nicht. Es wird angenommen, dass Ereignisse wie zum Beispiel Infektionen oder Blutungen) zu einer verstärkten Immunreaktion führen und damit ein ACLF auslösen.  Der neue LOEWE-Schwerpunkt soll solche Mechanismen und das Zusammenspiel zwischen einzelnen Organen bei der Entstehung des ACLF untersuchen und letztendlich in der Entwicklung neuer diagnostischer Tests und therapeutischer Ansätze münden.

Das 2008 aufgelegte hessische Exzellenzprogramm LOEWE fördert in nunmehr fünf Förderlinien hervorragende Forschungsprojekte, hochinnovative Forschungsideen und exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Seit 2008 wurden bereits 15 LOEWE-Zentren, 64 LOEWE-Schwerpunkte sowie 324 LOEWE-KMU-Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt. Im Frühjahr 2021 wurden die beiden ersten LOEWE-Spitzen-Professuren zur Förderung für jeweils fünf Jahre ausgewählt. Insgesamt hat das Land Hessen für das LOEWE-Programm bereits knapp 990 Millionen Euro bereitgestellt. Hinzu kommen von den LOEWE-Zentren und -Schwerpunkten der ersten bis elften Förderstaffel bis einschließlich 2019 eingeworbene Drittmittel in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro und Eigenmittel von Unternehmen in Höhe von rund 82 Millionen Euro. Im Koalitionsvertrag haben CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vereinbart, das LOEWE-Budget bis zum Jahr 2025 auf 100 Millionen Euro pro Jahr zu steigern.

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