LOEWE-Zentrum FCI forscht an Wirksamkeit des Granatapfels (Urolithin A) gegen Krebs
Ende März war der Hessische Rundfunk (hr) zu Besuch im Georg-Speyer-Haus in Frankfurt, wo Paul Ehrlich Anfang des 20. Jahrhunderts den Grundstein für die Krebsforschung von heute legte.
Was vor über 100 Jahren in Frankfurt begann, könnte heute einen neuen Durchbruch erleben: Schon Paul Ehrlich legte mit seinen Erkenntnissen zur Immunologie den Grundstein moderner Krebsforschung – heute knüpfen Forscherinnen und Forscher von LOEWE-FCI in den gleichen Laboren im Georg-Speyer-Haus mit einem neuen Ansatz daran an: Der Wirkstoff Urolithin A – der bei der Verstoffwechselung von Granatapfelsaft entsteht, aber auch synthetisch hergestellt als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden kann, könnte die Wirksamkeit von Immuntherapien verbessern. Erste Ergebnisse aus dem Labor zeigen, dass mithilfe von Urolithin A Tumorzellen für das Immunsystem sichtbarer und Immunzellen gestärkt werden, sodass sie Tumoren wirksamer bekämpfen konnten.
In einer nächsten Phase wird der Wirkstoff jetzt an der Universitätsmedizin Frankfurt Frankfurt von (Prof.) Bastian Schilling und seinem Team erstmals direkt an Krebspatient:innen getestet. Die Hoffnung ist, dass eine vergleichsweise einfache Maßnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eine Therapie verbessert, die bislang nicht bei allen Patienten anschlägt.
Zum 80. Geburtstag des Landes Hessen in diesem Jahr schaut der Hessische Rundfunk (hr) in verschiedenen Beiträgen auf "Hessen heute, gestern und morgen." In dieser Serie geht es um Erfindungen "Made in Hessen".