Zukunftstechnologien: Wirtschaftsminister Mansoori übergibt Förderbescheid für innovatives Recyclingverfahren bei Evonik
Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hat im Industriepark Wolfgang in Hanau einen Förderbescheid an Evonik übergeben. Mit der Förderung unterstützt das Land Hessen die Weiterentwicklung eines innovativen Verfahrens zum Recycling von Polyurethan-Schaum. Ziel ist es, wertvolle Rohstoffe aus gebrauchten Produkten wie Matratzen, Autositzen oder Möbeln zurückzugewinnen und für neue hochwertige Anwendungen nutzbar zu machen.
„Die Zukunft unseres Industriestandorts entscheidet sich daran, ob wir Innovationen schneller in die Anwendung bringen. Genau daran arbeitet Evonik hier in Hanau. Das Projekt verbindet technologische Spitzenleistung mit nachhaltigem Wirtschaften und zeigt, wie industrielle Wertschöpfung auch unter den Bedingungen knapper Ressourcen wachsen kann. Mit unserer Förderung unterstützen wir Innovationen, die Wettbewerbsfähigkeit sichern, Rohstoffe im Kreislauf halten und gute industrielle Arbeitsplätze in Hessen stärken“, sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori.
Im Mittelpunkt steht ein neu entwickeltes Hydrolyseverfahren, mit dem Polyurethan-Schaum in seine chemischen Grundbausteine zerlegt werden kann. Die gewonnenen Rohstoffe können anschließend erneut für die Herstellung hochwertiger Produkte eingesetzt werden. Nach erfolgreichen Laborversuchen betreibt Evonik die Technologie inzwischen in einer Pilotanlage am Standort Hanau. Nun soll der nächste Schritt hin zur industriellen Anwendung erfolgen.
Hanau als Innovationsstandort weiter stärken
Neben dem Recyclingprojekt informierte sich Minister Mansoori über weitere Zukunftsvorhaben am Standort. Dazu zählt unter anderem der geplante Aufbau eines Technologiezentrums für chemisches Kunststoffrecycling. Dort sollen Verfahren zur Vorbehandlung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen sowie weitere Recyclingprozesse entwickelt und erprobt werden.
Darüber hinaus plant Evonik den Aufbau eines Elektrochemie-Hubs im Industriepark Wolfgang. Ziel ist es, neue elektrochemische Verfahren schneller aus der Forschung in industrielle Anwendungen zu überführen. Mögliche Einsatzfelder reichen von Batteriematerialien über Membranen bis hin zu Katalysatoren.
„Hessen verfügt über eine starke industrielle Basis. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir Innovation, Produktion und Wertschöpfung am Standort halten. Die Projekte in Hanau stehen beispielhaft für eine moderne Industriepolitik: Sie verbinden wirtschaftliche Stärke mit technologischem Fortschritt und leisten zugleich einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. So entstehen die Technologien, die unsere Wettbewerbsfähigkeit auch morgen sichern“, sagte Mansoori.
Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik, erklärte: „Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie ist es entscheidend, Innovationen gezielt zu fördern. Die Unterstützung des Landes Hessen kommt zur richtigen Zeit und hilft uns, nachhaltige Technologien schneller in die industrielle Anwendung zu bringen.“