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04.08.2026

Bär: „Drei neue Fusionshubs vernetzen Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Weg zum Fusionskraftwerk.“

Das BMFTR gibt die Förderentscheidung für drei neue Fusionshubs bekannt.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert als Teil der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) die Initiative „Hubs für die Fusion“. Drei Hubs bündeln ab sofort Forschung und Entwicklung in den Bereichen Laserfusion, Magnetfusion und im Querschnittsthema Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten bei der Entwicklung der Fusionstechnologien auf dem Weg zum Fusionskraftwerk eng zusammen.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:
„Fusion hat das enorme Potenzial, die Energieversorgung der Zukunft zu sichern – sauber, sicher und stets verfügbar. Deutschland ist hervorragend aufgestellt in der Fusionsforschung, hat vielversprechende Start-ups und kann zum weltweiten Vorreiter werden. Sie hat großes Wertschöpfungspotenzial für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland. Unser Ziel ist daher klar: Das erste Fusionskraftwerk soll in Deutschland stehen. Mit den drei Fusionshubs verbinden wir dafür jetzt unternehmerische Ambitionen und wissenschaftliche Expertise. Damit beschleunigen wir die Entwicklung neuer Fusionstechnologien und sorgen für einen besseren Transfer. Bund und Länder agieren dabei Hand in Hand, um die Hubs langfristig zu starken Standorten der Fusionsforschung und -technologie zu entwickeln.“

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Wir sind uns einig: Fusion ist eine Jahrhundertchance – wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich. Mit der Einrichtung der Fusionshubs gehen wir heute einen wichtigen Schritt im Rennen um den ersten Fusionsreaktor. Die drei Fusionshubs bündeln individuelle Standortstärke in einem bundesweiten Ansatz. Herzlichen Dank an den Bund für die zügige und zielgerichtete Ausschreibung und die Entscheidung in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren. Mit den Hubs wird eine kluge Grundstruktur angelegt, auf die schnell aufgesetzt werden kann. Damit verbucht auch unsere Fusionsallianz noch vor ihrem ersten Geburtstag einen großen Erfolg. Klar ist: Fusion ist ein Gemeinschaftswerk – sie gelingt im Schulterschluss von Bund und Ländern und von Wissenschaft, Industrie und Start-ups. Als Länder wünschen wir uns, dass es zügig mit der nächsten Phase weitergeht. Unsere bayerischen Einrichtungen sind an allen Hubs beteiligt. Der Magnethub entsteht rund um das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) als eines der weltweit führenden Zentren für Magnetfusionsforschung. Bayern ist und bleibt mit seinem einzigartigen Fusionsökosystem im Raum München ein zentraler Motor der Fusionsforschung in Deutschland.“

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sagt: „In Hessen entsteht damit der erste Laserfusionshub der Welt. Ich bin davon überzeugt: Kernfusion kann der Gamechanger in der Energieversorgung werden. Der Fusionshub in Biblis ist ein entscheidender Schritt auf unserem Weg, Hessen zu einem führenden Standort für Spitzenforschung und Entwicklung der laserbasierten Kernfusion auszubauen. In Hessen entsteht die Energie der Zukunft.“
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: „Wie schnell die Fusion im Energiemix der Zukunft eine Rolle spielen kann, hängt maßgeblich von technologischen Fortschritten in der Materialforschung und der Entwicklung des Brennstoffkreislaufes ab. Und genau hier spielen die Karlsruher Forscher in der globalen Spitzenklasse: Für Fusionsreaktoren geeignete Materialien sind ein entscheidender Baustein bei der Ermöglichung der Fusion. Gleichermaßen relevant ist die Schlüsselkompetenz des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eines sicher und nachhaltig funktionierenden Brennstoffkreislaufes, einschließlich der Erzeugung des für den Fusionsprozesses notwendigen Tritiums. Der Zuschlag für einen der drei Hubs festigt die führende Rolle Baden-Württembergs in der Fusionsforschung nun dauerhaft. Es ist ein klarer Beleg dafür, dass wir mit unserem Fokus auf Zukunftstechnologien und der Ausrichtung auf die Hightech Agenda Deutschland erfolgreich sind.“

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal: „Die Entscheidung des Bundes zur Förderung der Laserhubs ist ein starkes Signal – für den Norden und für Hamburgs Rolle bei der Entwicklung von Technologien, die unsere Zukunft prägen. Fusionsforschung kann ein entscheidender Faktor für die Energieversorgung von morgen werden. Mit European XFEL, PETRA am DESY und der Universität Hamburg bringen wir in Hamburg Forschungsinfrastruktur von Weltrang ein. Was Focused Energy und Marvel Fusion an Erfahrung aus der Anwendung mitbringen, trifft in der Science City auf ein höchst dynamisches und innovationsfreudiges Umfeld. Wir haben in den vergangenen Jahren gezielt investiert, um hier die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Ich freue mich, dass wir mit Schleswig-Holstein und Hessen den HUB gemeinsam unterstützen und gratuliere allen Beteiligten sehr herzlich zu diesem Erfolg!"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther: „Mit den Hubs für die Fusion investiert Deutschland in eine Schlüsseltechnologie der Zukunft – und Schleswig-Holstein ist dabei ganz vorne mit dabei. Gemeinsam mit Hamburg bringen wir mit dem European XFEL und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel einzigartige Forschungsinfrastruktur und Wissenschaft von internationalem Spitzenrang in den Hub zur Laserfusion ein. Die Entscheidung des Bundes stärkt den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein und ist ein wichtiger Schritt, damit Deutschland bei der Fusionstechnologie international eine Führungsrolle übernimmt.“

„Saubere Energie aus Kernfusion kann viele Zukunftsprobleme lösen. Forschungseinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern sind in dieser Technologie weltweit führend“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Es ist ein großer Erfolg für MV, dass wir im Bereich Fusion gleich an zwei der drei Fusionshubs maßgeblich beteiligt sind. Damit leisten wir unseren Beitrag zur Erreichung der Ziele der Hightech Agenda Deutschland. Das bestätigt uns in unseren bereits mehrere Jahrzehnte andauernden Anstrengungen für Investitionen in die Erforschung der Fusionstechnologie in unserem Bundesland. Allein in den Wendelstein 7-X hat das Land in den vergangenen 30 Jahren rund 196 Millionen Euro investiert. Bei der Laserfusion finanziert das Land gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen den Aufbau des Hochenergiedichtephysik-Instituts (HEDI) an der Universität Rostock, gemeinsam mit dem Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HDZR). Hier hat MV forschungspolitische Weitsicht und Durchhaltevermögen bewiesen mit dem Erfolg, dass weltweit führende Anlagen und Forschungsergebnisse nun hier ansässig sind -und das sowohl im Magneteinschlussverfahren und der Laserfusion.“

Hintergrund

Die Fusions-Hubs sind die zentrale Maßnahme, um die Technologiefelder Laserfusion und Magnetfusion zu strukturieren und Aktivitäten zu bündeln. Die Initiative ist offen angelegt und soll die Fusionsunternehmen und Fusionsforschungscommunity mit den starken deutschen Playern der Hightech-Industrie, Wertschöpfungs- und Lieferketten zusammenbringen.

Die Förderung der Hubs beginnt zum August 2026. Das Ziel ist der schnelle Aufbau einer Governance, die die relevanten Akteure und Aktivitäten verbindet. Erste kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden kurz darauf starten. In der ersten Runde fördert das BMFTR die Hubs mit rund 125 Millionen Euro. Bis 2029 wird in sechs Phasen sukzessiv das Forschungs- und Entwicklungs-Programm der Hubs ausgebaut. Eine Ergänzung dieser Mittel durch private Investitionen, internationale Kooperationen oder Aktivitäten der Länder ist vorgesehen.

 

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