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24.08.2026

Förderung von innovativen Projekten zur Fusionstechnologie sowie vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten im Rahmen des wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischem Interesse zu innovativen Nukleartechnologien („IPCEI INT“)

Vorläufige Version

Stichtag zur Skizzeneinreichung ist der 15.10.2026.

Im Rahmen dieser Richtlinie identifiziert das BMFTR hochinnovative Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben im Bereich der Fusionstechnologien und deren Wertschöpfungsketten, die auf Grundlage der hiesigen Richtlinie für eine potentielle spätere (Einzel-)Förderung als direkte Teilnehmer im IPCEI INT in Betracht kommen. Gegenstand der Förderung sind risikoreiche, (vor-)wettbewerbliche Vorhaben – einschließlich solcher der ersten gewerblichen Nutzung –, die im internationalen Vergleich deutlich über den Stand der Technik hinausgehen und substanziell zum Aufbau eines europäischen Fusions-Innovationsökosystems beitragen.

Das IPCEI INT gliedert sich in drei Workstreams: Workstream 1 – Nuclear Reactors (integrierte Reaktordesigns und Systemauslegung; im Rahmen der deutschen Beteiligung ausschließlich Fusionsreaktordesigns zur Energieerzeugung), Workstream 2 – Fuel and Radioisotopes (Brennstoffe und Radioisotope) sowie Workstream 3 – Materials, Components and Services (Materialien, Komponenten und Dienstleistungen für nukleare Anlagen). Die nachfolgend genannten Themenfelder decken fusionsrelevante Beiträge zu allen drei Workstreams ab (die Aufzählung ist beispielhaft und nicht abschließend):

  • Entwicklung integrierter, skalierbarer und modularer Designs für Fusionsreaktoren:
    Systemauslegung für hohe Teilchen- und Wärmeflüsse; gepulsten und kontinuierlichen Betrieb; Energieextraktion, Wärme- und Stromerzeugung sowie Anbindung an den Brennstoffkreislauf; Standardisierung von Fertigungszyklen sowie Qualifizierung relevanter Komponenten und Subsysteme im Hinblick auf den Aufbau erster Fusionskraftwerke.
  • Brennstoffkreislauf und Tritiumtechnologien: Tritium Brutblankets; Lithium Anreicherung; Verarbeitung, Extraktion, Reinigung und Rückführung von Tritium; Konzepte zum sicheren Einschluss, zur Lagerung und zum Transport von Tritium; hierzu können auch Querschnittsvorhaben wie der Aufbau eines Tritium Technologie Zentrums gehören, das von unterschiedlichen Fusionskonzepten genutzt werden kann.
  • Trägheitsgestützte Fusionskonzepte (Laserfusion/ICF):
    insbesondere Entwicklung und Aufbau skalierbarer Hochleistungslasersysteme mit hoher Pulswiederholrate; zugehörige Optiken und Hochleistungskomponenten; Target Fertigung und Injektion; Diagnostik , Steuerungs und Sicherheitskonzepte für einen späteren Dauerbetrieb.
  • Hochtemperatur Supraleitung (HTS):
    HTS Bänder und Leiter; Wickeltechnologien und Hochfeldmagnete, Kryo und Vakuumtechnik; Aufbau grundlegend innovativer Produktionsprozesse und/oder -kapazitäten für die Herstellung und Qualifizierung dieser Komponenten in von einem hohen Innovationsgrad geprägten fusionsrelevanten Anwendungen.
  • Tokamak-/Stellaratorkomponenten und Plasmaheizsysteme:
    Aufbau grundlegend innovativer Produktionsprozesse und/oder -kapazitäten für Gyrotrons und weitere Komponenten von Elektronen Zyklotron und Neutralteilchen Heizsystemen; zugehörige Hochfrequenz Technik und Leistungselektronik; fortschrittliche Steuerungs- und Regelsysteme – auch KI-gestützt – für Plasmagleichgewicht und -einschluss.
  • Divertor und plasmaexponierte Komponenten: Entwicklung und Qualifizierung von Divertor-Systemen sowie Erste-Wand-Komponenten; Werkstoffe und Fertigungsverfahren für Hochflussbedingungen; Thermomechanik und Kühlung unter fusionsrelevanten Betriebsbedingungen
  • Querschnittstechnologien, Materialien und Fertigungsprozesse aus Maschinen- und Anlagenbau, Werkstoff- und Metallindustrie, Elektro- und chemischer Industrie:
    strahlungsresistente und hochleistungsfähige Werkstoffe; innovative Fertigungs-/Montage- und Qualitätsprozesse für Komponenten unter fusionsrelevanten Randbedingungen; digitale Werkzeuge (zum Beispiel Simulationscodes, digitale Zwillinge) zur Auslegung und Optimierung von Fusionsanlagen.
  • Prüf-, Mess- und Qualifizierungssysteme:
    Entwicklung innovativer Prüf-, Mess- und Qualifizierungssysteme für fusionsnahe Bedingungen (Neutronen und Strahlungsfelder, thermische und mechanische Lasten, Magnetfelder et cetera); Aufbau von Pilotlinien zur Herstellung und Qualifizierung von Materialien, Komponenten, Subsystemen und Prozessen für Fusionsanwendungen.

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