2,82 Millionen Euro für neue Sensortechnologie und gesellschaftliche Akzeptanzforschung
Hessens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori hat heute der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) einen Förderbescheid in Höhe von bis zu 2,82 Millionen Euro für das Projekt „Proof of Trust – Akzeptanz zur Anwendung“ überreicht. Das Projekt am I. Physikalischen Institut verbindet die Entwicklung neuer Infrarotsensoren mit der Untersuchung gesellschaftlicher Fragen rund um sicherheitsrelevante Forschung. Ziel ist es, neue technologische Möglichkeiten zu erschließen und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung zu stärken. Die Förderung stammt aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
„Infrarotsensoren machen sichtbar, was das menschliche Auge nicht erkennen kann. Welche Möglichkeiten darin stecken, zeigt die Forschung an der Universität Gießen. Gerade bei Technologien, die auch für unsere Sicherheit wichtig sind, gilt es, mehr als das technisch Machbare im Blick zu haben. Wir müssen ebenso darüber sprechen, wie sie eingesetzt werden und welche Fragen das in der Gesellschaft aufwirft. Mit ‚Proof of Trust‘ fördern wir deshalb Forschung, die technische Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt“, sagte der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori in Gießen.
Infrarotsensoren werden bereits heute zur Überwachung industrieller Prozesse und zur Analyse von Verbrennungsabgasen eingesetzt. Im Sicherheitsbereich kann Infrarottechnik beispielsweise helfen, Drohnen zu erkennen und zu verfolgen. Im Projekt entwickelt das Forschungsteam neue Materialkombinationen und untersucht zugleich welche Erwartungen und Vorbehalte Menschen mit sicherheitsrelevanter Forschung verbinden.
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz sagte: „Wenn theoretische Physik auf Wirtschaftsgeographie trifft, entstehen Antworten, die eine Disziplin allein nicht liefern könnte. Dieser ‚Proof of Trust‘ zeigt exemplarisch, wie wir an der JLU wissenschaftliche Tiefe in gesellschaftliche und ökonomische Praxis übersetzen – als Grundlagenforschung, die im Alltag trägt.“
Die Forschung soll nicht im Labor enden. Deshalb setzt das Projekt auch auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Bundesinstitutionen. Erste Kontakte wurden bereits geknüpft, aus dem Austausch mit der Wirtschaft entstehen gemeinsame Forschungsvorhaben. So sollen wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig mit den Anforderungen der Praxis verbunden und neue Anwendungsmöglichkeiten für die Technologie erschlossen werden.
Gemeinsame Förderung aus europäischen und hessischen Mitteln
Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 3,53 Millionen Euro. Die förderfähigen Ausgaben werden zu 60 Prozent aus dem EFRE, zu 20 Prozent aus Landesmitteln und zu 20 Prozent durch die JLU finanziert. Die finanzielle und formale Abwicklung der Förderung erfolgt über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank).