BIK-Förderung zeigt Wirkung: Erfolgreiche Projekte stärken Industrie und Klimaschutz
Im nun abgeschlossenen Förderwettbewerb 2025 in der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) konnten sich 38 Industrieprojekte durchsetzen. Die geförderten Vorhaben beinhalten eine Reihe innovativer Technologien. Gefördert werden Projekte aus verschiedenen Sektoren: Zement und andere Baustoffe, Chemie, Abfallverwertung, Direkte Luftabscheidung von CO2, Papier und Zellstoff, Nahrungs- und Futtermitteln, Mineralölerzeugnissen, Asphalt, Glas, Stahl, Maschinenbau, Haushaltsgeräte sowie Kraftwagen.
Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann: „In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es Mut zur Innovation. Der BIK-Förderwettbewerb 2025 zeigt: Unsere Industrie ist bereit. Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sind kein Widerspruch. Sie gehören zusammen. Die geförderten Projekte liefern Lösungen – vom Recycling gemischter Abfälle über CO₂-Bindung in Beton bis hin zu hybriden Heizsystemen, CO₂-Abscheidung, effizienter Abwärmenutzung und Negativemissionen. Weitere Projekte, insbesondere im Bereich CCU/S, stehen schon in den Startlöchern. Mit dem neuen BIK-Förderwettbewerb geben wir diesen Rückenwind. Damit aus Ideen schnell Realität wird.“
Die Projekte verteilen sich quer über die Bundesrepublik: 11 in Nordrhein-Westfalen, 10 in Bayern, 4 in Baden-Württemberg, 3 in Sachsen-Anhalt, 2 in Thüringen, 2 in Sachsen, 1 in Niedersachsen, 1 in Bremen, 1 in Rheinland-Pfalz, 1 in Hamburg, 1 in Berlin und 1 in Hessen.
Das Industrieprojekt in Hessen erprobt eine vollständige Wertschöpfungskette für Negativemissionen – von der CO2-Entnahme aus der Luft bis zur dauerhaften Speicherung im Baustoff: Im Verbundvorhaben ANEWDACUS entwickelt ein Konsortium unter Koordination der NeoCarbon GmbH eine Direct-Air-Capture-Anlage, die CO2 direkt aus der Umgebungsluft herausfiltert. Kern der Anlage sind innovative Hohlfaserabsorber, die in einem sogenannten Temperature-Vacuum-Swing-Adsorption-Prozess eingesetzt werden. Dabei fließen Kühl- und Heizwasser durch die feinen Hohlfasern, während Wasserdampf durch die Fasern in das Innere gelangt und dort das Sorptionsmittel direkt erwärmt. Als Wärmequelle nutzt die Anlage Abwärme aus dem Industriepark Höchst. Durch den modularen Aufbau kann das System zudem schrittweise vergrößert und auf höhere Kapazitäten skaliert werden. Das abgeschiedene CO2 wird anschließend durch Karbonatisierung in Beton dauerhaft gebunden.
Die Vorhaben werden insgesamt mit rund 476 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt. Davon stammen rund 106 Millionen Euro aus Mitteln von Bundesländern, die sich an der Förderung der großen Vorhaben in ihrem Bundesland beteiligen. Mit diesen Projekten sollen rund 1.054 Millionen Euro an privaten Investitionen ausgelöst werden.
Die geförderten Projekte werden zu Vorreitern für eine nachhaltige, innovative und ressourcenschonende Industrie, die auf internationalen Märkten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dabei spielt die Umsetzung von Pilotprojekten eine zentrale Rolle, um die Marktfähigkeit der Technologien zu testen und deren breite Anwendung in der Industrie zu ermöglichen. Dies trägt nicht nur zur Erreichung der Klimaziele bei, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen, indem es ihnen ermöglicht, frühzeitig auf zukunftsweisende Technologien zu setzen.
Der nächste Förderwettbewerb der BIK ist für Anfang 2026 geplant. Industrieunternehmen werden aufgefordert, bis voraussichtlich zum 28.02.2026 innovative Projekte für CO2-arme Produktionsverfahren und CCU/S-Technologie einzureichen. Maßgeblich ist die Veröffentlichung der Förderaufrufe im Bundesanzeiger, welche zeitnah erfolgen soll.
Die voraussichtlichen Bedingungen können hier schon eingesehen werden: