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15.10.2020

Entwicklung neuartiger Impfstoffe

Gründerteam der Goethe-Universität erhält Förderung des Bundes

Frankfurt am Main - Das Gründerteam aus der Goethe-Universität, Dr. Alexander Rittner und Florian Bourdeaux, konnte mit ihrere Idee beim Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin punkten: im Rahmen des GO-Bio initial Programms werden die beiden jungen Chemiker neuartige hochwirksame Impfstoffe für den Markt zu entwickeln. Im Fokus ihres Projekts EpiXII steht das Protein Dodecin, das als Antigen-Träger für Vakzine genutzt werden soll. Unterstützt wird das Gründerteam hierbei von der Wissenstransfergesellschaft der Goethe-Universität, Innovectis, sowie dem Gründungszentrum Unibator.

Die Entwicklung von Impfstoffen gilt als eine der größten Errungenschaften moderner Medizin, auf der aktuell die größten Hoffnungen im weltweiten Kampf gegen die Covid-19-Pandemie ruhen – so wie einst bei der Bekämpfung von Polio, Pocken oder Masern. Krankheiten, die nur dank der Entwicklung wirksamer Impfstoffe heute keine signifikante Bedrohung mehr darstellen.

Klassische Vakzine basieren auf toten oder abgeschwächten (attenuierten) Pathogenen, die im Körper eine Immunantwort provozieren und damit vor späteren Infektionen mit dem echten Pathogen schützen. Neue Impfstofftypen, wie zum Beispiel die Peptid-Vakzine, verwenden nur noch einzelne Proteine oder gar Proteinfragmente eines Pathogens für die Impfung. Dadurch sind sie sehr sicher und können auch in ganz anderen Anwendungsbereichen genutzt werden, etwa in der Allergie- oder der Krebstherapie. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie die Information über das Pathogen in den Körper des Geimpften gelangen kann und eine spezifische Immunantwort ausgelöst wird.

Hier setzen Rittner und Bourdeaux an: Sie wollen mit Dodecin als Antigen-Träger neue Impfstoffe entwickeln, die flächendeckend angewendet werden können. Hierbei soll die Kopplung der spezifischen Peptidsequenzen an das Trägerprotein Dodecin zu sehr hoher Immunogenität führen und dabei zusätzlich die Herstellungs- und Lagerkosten drastisch senken. Dodecin-Träger sollen als innovative Plattform für hochwirksame klinische Impfstoffe etabliert werden. Weitere Anwendungsgebiete finden sich in der Tierzucht, um dort eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zum Einsatz von Antibiotika zu schaffen.

Nun geht das Gründerteam erste Schritte aus der Wissenschaft in die Welt der Unternehmer, um Dodecinimpfstoffe auf den Markt zu bringen. Im Unibator erhalten sie die Möglichkeit, an ihrem Businessmodell zu arbeiten und sich ein Netzwerk aus möglichen Kooperationspartnern und Investoren aufzubauen. Mit den bewilligten Fördermitteln werden die rechtlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmensgründung gestaltet, um die Technologie schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.


Originalpublikation:

Bourdeaux, F.; Kopp, Y.; Lautenschläger, J.; Gößner, I.; Besir, H.; Vabulas, R. M.; Grininger, M. Dodecin as Carrier Protein for Immunizations and Bioengineering Applications. Scientific Reports 2020, 10 (1), 13297

 

Weitere Informationen
Goethe-Universität Frankfurt
Dr. Alexander Rittner
rittner@chemie.uni-frankfurt.de

Florian Bourdeaux
bourdeaux@chemie.uni-frankfurt.de

Innovectis / Unibator
Dr. Kirstin Schilling
Stellvertretende Geschäftsführerin
kirstin.schilling@innovectis.de

 

Janin Sameith
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Dr. Janin Sameith

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