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22.06.2020

SARS-CoV-2 in Abwasser nachweisen

Hessisches Wirtschaftsministerium fördert erstes Projekt zum Thema in Hessen

Darmstadt - Die Verbreitung von Sars-CoV-2 stellt die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. In Deutschland ist die Eindämmung des Infektionsgeschehens vorerst gelungen, die Rückkehr zum öffentlichem Leben bringt jedoch das Risiko neuer Infektionswellen mit sich. Um das Infektionsgeschehen zu verfolgen, werden Forscherinnen und Forscher der TU Darmstadt in den kommenden Wochen und Monaten in Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung Frankfurt ein neues Konzept entwickeln, dass es erlaubt, SARS-CoV-2 Viren an ausgewählten Stellen in Abwasser nachzuweisen. Damit sollen insbesondere der Gesundheitssektor durch eine frühe Erkennung von neuen Infektionsherden bei der Eindämmung der Virusverbreitung unterstützen werden.
© Institut IWAR@TU Darmstadt

Das Projekt mit dem Titel „Abwasserströme intelligent nutzen – Abwasser als Frühwarnsystem für die Ausbreitung von SARS-CoV-2 am Beispiel Frankfurt am Main“ ist das erste Abwasserprojekt zum Thema Corona in Hessen und wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium gefördert und vom Technologieland Hessen unterstützt.

Die Analysen in Abwasser haben das Ziel, eine praktisch gut umsetzbare Methode für ein Monitoring auf SARS-CoV-2 zu realisieren, und dieses Konzept direkt am Beispiel einer Großstadt wie Frankfurt am Main mit seinen Reiseknotenpunkten Hauptbahnhof und Flughafen zu testen und zu etablieren. Von besonderem Interesse ist der internationalen Flughafen Frankfurt, wo zusätzlich zu einem quantitativen Nachweis der Viren-Konzentration auch Virengenome sequenziert werden sollen, um damit aus den Abwasserproben des Flughafens epidemiologische Informationen zur Herkunft und Mutationen des Virus zu generieren und so mehr über dessen Aus- und Verbreitungswege zu erfahren.

Zusätzlich wird das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Frankfurt über ein gezieltes Monitoring der SARS-CoV-2 Konzentration in Abwasserproben im Kanal und an Kläranlagen beobachtet um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Das Projekt ist in seiner ersten Phase bis Jahresende angesetzt und wird vom Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Rahmen des Förderprogramms zum Wissens- und Technologietransfer, IWB-EFRE-Programm Hessen, gefördert.

Ansprechperson:


Prof. Dr. Susanne Lackner

Technische Universität Darmstadt
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
Institut IWAR
Fachgebiet Abwasserwirtschaft

Franziska-Braun-Straße 7
D 64287 Darmstadt
Tel.: +49 6151 16 20301
E-Mail: 

Hendrik Pollmann
Hendrik Pollmann
Ansprechpartner im Technologieland Hessen

Dr. Hendrik Pollmann

Projektmanager Life Sciences & Bioökonomie
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