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23.01.2023

Weltwirtschaft nur noch zu 7,2 Prozent zirkulär

Circularity Gap Report 2023 veröffentlicht

Die Zirkularität der Weltwirtschaft sinkt von Jahr zu Jahr. Die Art zu Wirtschaften muss radikal geändert werden, heißt es im neuesten Circularity Gap Report.

Dem Circularity Gap Report zufolge, den die Organisation Circle Economy und die Beratungsgesellschaft Deloitte veröffentlicht haben, sinkt die Zirkularität von Jahr zu Jahr, weil Materialgewinnung und Materialverbrauch steigen. Die Weltwirtschaft stütze sich immer mehr auf Materialien aus neuen Quellen, heißt es in dem Bericht. In den sechs Jahren, in denen der Circularity Gap Report erstellt wurde, hat die Weltwirtschaft demnach mehr Material entnommen und verbraucht als im gesamten 20. Jahrhundert.

2018 war die Welt noch zirkulärer

Im ersten Circularity Gap Report, der im Jahr 2018 erschien, wurde die globale Kreislaufwirtschaft zum ersten Mal gemessen und ein Wert von 9,1 Prozent ermittelt. Sie sank 2020 auf 8,6 Prozent und ist nun – allen Bekundungen zum zirkulären Wirtschaften zum Trotz – auf nur noch 7,2 Prozent gefallen.

Das hängt neben dem allgemeinen Anstieg der globalen Materialentnahme damit zusammen, dass immer mehr Materialien in Lagerbestände wie Straßen, Häuser und langlebige Güter fließen und weniger Materialien in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren.

Recycling alleine reicht nicht

Die Kreislaufführung von Rohstoffen reicht nicht aus, um innerhalb der planetaren Grenzen zu wirtschaften, heißt es im diesjährigen Circularity Gap Report. Aufgrund des rasant steigenden Verbrauchs an Neumaterialien könne sich die Menschheit nicht durch Recycling allein aus dieser Situation befreien. Es sei von entscheidender Bedeutung, den Nutzen von Materialien und Stoffen für die Menschen zu maximieren und den Druck auf die lebenserhaltenden Systeme des Planeten zu minimieren, so die Autoren.

Im Wesentlichen kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass eine Circular Economy nicht nur die Überschreitung der planetarischen Grenzen rückgängig machen, sondern auch den weltweiten Materialbedarf um etwa ein Drittel senken könnte. Diese Verringerung beruhe auf dem Wegfall fossiler Brennstoffe – insbesondere Kohle – und der Verringerung der Nachfrage nach Mineralien mit hohem Volumen, wie Sand und Kies, die hauptsächlich für den Wohnungsbau und die Infrastruktur benötigt werden.

Der Bericht nennt vier Prinzipien als die Schlüsselprinzipien der Kreislaufwirtschaft: Weniger verwenden, länger verwenden, wiederverwenden und reinigen, wobei letzteres den Ersatz gefährlicher Stoffe durch regenerative meint, was auch der Verwendung von Sekundärrohstoffen zugutekomme.

Kreislaufwirtschaft muss auf Kulturwandel drängen

Die Wirtschaft sei in die Natur eingebettet, und die Natur habe Grenzen. „Wir müssen daher auch der materiellen Nutzung Grenzen setzen und der Umwandlung von materieller Nutzung in gesellschaftlichen Nutzen Vorrang einräumen“, heißt es in dem Bericht. Die Kreislaufwirtschaft müsse auf einen Kulturwandel drängen, bei dem immaterielle Wege zur Bedürfnisbefriedigung Vorrang haben und in Gesundheit, Wohlbefinden, Bildung und menschenwürdige Arbeitsplätze investiert wird, statt in materielle Akkumulation – wie es das vorherrschende Wirtschaftsmodell in vielen Teilen der Welt tut.

Von der Akkumulation zur Verteilung

Derzeit gebe es genug Reichtum und Materialien auf der Welt, um jedem einzelnen Menschen auf diesem Planeten eine gute Lebensqualität zu bieten. „Die Herausforderung besteht darin, den Zugang zu den Materialien an eine immer größer werdende Gruppe von Menschen zu verteilen, was eine Umverteilung, andere Lebensstile, bessere Technologien und soziale Innovationen erfordert. Indem wir uns von Eigentum und Anhäufung verabschieden und zu Zugangsmodellen übergehen, die die Ressourcen gleichmäßiger verteilen, können wir uns auf ein System zubewegen, das allen einen hohen Lebensstandard bietet“, heißt es in dem Bericht.

Zur Webseite des Circularity Gap Report 2023

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