Soziale Verantwortung, oft auch als Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet, beschreibt die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten gestalten, um faire Arbeitspraktiken zu fördern, Menschenrechte zu schützen, sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und integrative, gerechte Arbeitsplätze zu schaffen.
Im Zusammenhang mit Beschäftigten in der Wertschöpfungskette bedeutet dies, dass Unternehmen über die Grenzen ihres eigenen Betriebs hinaus Verantwortung für die Menschen übernehmen, die ihre (Vor-)Produkte und Dienstleistungen herstellen, transportieren und liefern.
Warum ist dies für KMU relevant?
Der soziale Fußabdruck eines Unternehmens reicht weit über die eigene Belegschaft hinaus. Nach Angaben des UN Global Compact entstehen zwei Drittel der Wertschöpfung eines Unternehmens in der Lieferkette. Die Arbeitsbedingungen, Löhne und Rechte der Beschäftigten in der Lieferkette können erhebliche Auswirkungen auf das Risikoprofil, die Reputation sowie die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens haben.
Als Zulieferer von Großunternehmen sind KMU indirekt von gesetzlichen Vorgaben wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) betroffen. Als Teil der Wertschöpfungskette müssen sie häufig Dokumentationen, Nachweise zu sozialen und menschenrechtlichen Risiken sowie transparente Informationen über eigene Vorlieferanten bereitstellen. Unternehmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen oder mit intransparenten Partnern zusammenarbeiten, können von Großunternehmen als Risikofaktor eingestuft werden. In der Praxis führt dies dazu, dass KMU riskieren, aus bestehenden Lieferantenbeziehungen ausgeschlossen zu werden.
Kooperation in der Lieferkette als Hebel für soziale Nachhaltigkeit in der Branche
In der heutigen, vernetzten globalen Wirtschaft sind Lieferketten zunehmend komplexer aufgebaut und erstrecken sich häufig über mehrere Länder und Branchen hinweg. KMU können sich vor Reputationsrisiken schützen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Sicherung und Zukunftsfähigkeit ihrer gesamten Wertschöpfungskette leisten, indem sie soziale Verantwortung gemeinsam mit ihren Vertragspartnern entlang der Lieferkette verankern.
Durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten lassen sich gemeinsam Fortschritte bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen für das eigene Unternehmen, aber auch für die ganze Branche erzielen. Um diese potenzielle Wirkung zu veranschaulichen: Würden sich fünf Branchen (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe) zusammentun, um existenzsichernde Löhne in ihren Lieferketten zu fördern, könnte dies dazu beitragen, 26 Millionen Menschen aus der Arbeitsarmut zu befreien
(Quelle: United Nations Global Compact, 3. Februar 2025: „The unique role of SMEs and supply chains in charting a positive future“)