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Polio, Pest und Pandemie

Seit Jahrhunderten hat die Menschheit immer wieder mit neuen und alten Seuchen zu kämpfen. Und erst in der Moderne brachten verbesserte Hygienebedingungen und der Aufbau einer Kanalisation das Ende vieler Infektionskrankheiten. Heute liegt sogar ein großes Potenzial im Abwasser für die Bekämpfung aktueller Gefahren. Denn durch seine Analyse lässt sich die Verbreitung von Erregern in der Bevölkerung mit wenig Aufwand überwachen, zukünftige Ausbrüche erkennen und mit geeigneten Maßnahmen eindämmen.

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Jetzt anmelden: Internationale Konferenz am 15. Juli 2021

Mit der Veranstaltung lädt das Technologieland Hessen internationale Akteure auf dem Gebiet der abwasserbasierten Epidemiologie ein, um zusammen mit Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik den großen Nutzen von Abwasseranalysen für die Pandemiebekämpfung zu diskutieren. 

Hintergrund

Bereits seit den 1980er Jahren befindet sich die Umweltüberwachung von Abwässern im Repertoire der WHO gegen Polio und konnte sich seitdem im Gesundheitswesen vieler Länder etablieren. Mit der Coronapandemie ist das Konzept nun in den weltweiten Fokus gerückt. So hat die amerikanische Gesundheitsbehörde bereits ein eigenes System aufgesetzt und auch alle EU-Länder sind aufgerufen bis Oktober ein nationales Abwasserüberwachungssystem aufzubauen.

Forschende aus Hessen konnten bereits mehrfach die Machbarkeit eines solchen System für den Nachweis von SARS-CoV-2 und seiner Mutanten demonstrieren. Zudem gibt es über Corona hinaus zahlreiche potenzielle Einsatzgebiete – von Wasserkeimen, antibiotikaresistenten Stämmen und anderen Infektionskrankheiten. Es gilt nun, gemeinsam in Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden, die Möglichkeiten der Abwasserüberwachung für die Gesundheit der Menschen zu nutzen.

Nach Einführung über die Historie der Seuchenbekämpfung und der Abwasserüberwachung liegt der Fokus des Programms daher auf der aktuellen Corona-Herausforderung als auch auf der Frage, wie sich das Konzept in Zukunft für andere Erreger einsetzen lässt.

Programm

13:00 Begrüßung

13:10 Setting the scene: Seuchenbekämpfung und Abwasserüberwachung
Pest. Macht. Gesellschaft. Pandemien in historischer Perspektive
Prof. Karl-Heinz Leven, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Erlangen-Nürnberg

Environmental Surveillance: use for Polio Eradication and beyond 
Dr. Ousmane M. Diop, Global Coordinator of the Polio Laboratory Network, WHO-HQ, Swiss

13:55 Fighting the pandemic: Corona-Monitoring im Abwasser
Das EU Abwasser Sentinel System für SARS-CoV-2 – Umsetzung im Rahmen der Empfehlung der Europäischen Kommission
Dr. Bernd Manfred Gawlik, Portfolio Leader Water Quality, Europäische Kommission, GD Gemeinsame Forschungsstelle, Italien

Auf den Spuren von SARS-CoV-2 in Abwasser – was wir aus dieser Pandemie lernen können
Prof. Susanne Lackner, Fachgebietsleiterin Abwasserwirtschaft an der Technischen Universität Darmstadt

14:40 Kurze Pause (15')
Milwaukee Metropolitan Sewerage District’s Pandemic Response
Kevin Shafer, Executive Director, MMSD, United States

tba
Dr. Mariana Matus, CEO & Cofounder of Biobot Analytics, United States

16:00 Open Discussion

16:30 Kurze Pause

16:45 Beyond COVID: Pathogene und Infektionskrankheiten
Data and Tools for Understanding Global Waterborne Pathogens
Dr. Joan Rose, Homer Nowlin Chair in Water Research, Michigan State University, United States

Antimicrobial resistance – Nachweis multiresistenter Erreger im Wasserkreislauf 
Gudrun Bettge-Weller & Susanne Harpel, Zentrum für Gesundheitsschutz am Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen, Dillenburg

17:45 Open Discussion

18:00 ENDE

Moderation: Dr. Felix Kaup, Hessen Trade & Invest


Die Konferenzsprache ist Deutsch und Englisch

Anmeldung

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HTAI
Rückblick: Monitoring von SARS-CoV-2 im Kanalnetz

Mit der Veranstaltung brachte das Technologieland Hessen Unternehmen und Wissenschaftler aus den Bereichen Abwasserbehandlung, PCR-Analytik und Data Sciences mit Vertretern aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Lösungsansätze beim Aufbau eines Abwasser-Monitoring-Systems zu diskutieren.

Hintergrund

Über eine Beprobung und Analytik des Abwassers ist es möglich, das Infektionsgeschehen begleitend zu überwachen. Pandemiewellen sowie das Auftreten von Mutationen lassen sich so frühzeitig erkennen. Über die Sequenzierung der im Abwasser gefundenen Fragmente von SARS-CoV-2 wurden bereits Mutationen entdeckt, bevor sie in der medizinischen Diagnostik identifiziert werden konnten. Mit dieser erweiterten Frühwarnfunktion besitzt das Abwassermonitoring gerade angesichts der raschen Ausbreitung verschiedener Mutanten von SARS-CoV-2 eine große Bedeutung.

Programm

Dienstag: 9. Februar 2021 - auf Englisch

14:00 European Research on Coronavirus-Wastewater-Monitoring – Epidemiology for COVID-19
Chair: Dr. Felix Kaup, Hessen Trade & Invest

 Germany
Prof. Dr. Susanne Lackner & Dr. Shelesh Agrawal
Institute IWAR at Technische Universität Darmstadt

 Netherlands
Dr. David Weissbrodt & David Calderón
Delft University of Technology

 Switzerland
Dr. Tim Julian
Eawag - Swiss Federal Institute of Aquatic Science and Technology

 United Kingdom
Dr. Andrew Singer
UK Centre for Ecology & Hydrology

 Sweden
Dr. Zeynep Cetecioglu Gurol
KTH - Royal Institute of Technology

16:00 Open Q&A & Wrap-Up

16:30 END

 

Mittwoch: 10. Februar 2021 – auf Deutsch

13:30 Begrüßung

13:40 Keynote: Infektionsgeschehen frühzeitig erkennen
Welches Potential liegt in Abwasseranalytik für den Umgang mit SARS-CoV-2?
Prof. Dr. Susanne Lackner, Institut IWAR der TU Darmstadt

14:00 Beprobung – Digitale Lösungen für das Kanalnetz
Modellgestützte Ermittlung von "Hot Spots" der Siedlungsentwässerung
Dr. Oliver Kraft, BGS Wasserwirtschaft GmbH, Darmstadt

Abwasser 4.0 – Von den Potenzialen eines Digitalen Zwillings für das Kanalsystem
Jan Hanken, idatase GmbH, Frankfurt am Main

14:40 Analytik – Abwasser in der PCR-Diagnostik
„Herausforderung Sensitivität“ - Nachweis von SARS-CoV-2 im Abwasser
Dr. Rolf Marell, BAG Diagnostics GmbH, Lich

Neuheiten und Entwicklungen in der qPCR Detektion und NGS Sequenzierung von SARS-CoV-2
Dr. Thea Ziegler & Nicolai Wilk, Thermo Fischer Scientific, Darmstadt

15:20 Kaffepause

15:50 Datenauswertung und -nutzung – Technologien für eine digitale Entscheidungshilfe
Real-time tracking of SARS-CoV-2 using Nextstrain
Prof. Dr. Richard Neher, Biozentrum der Universität Basel

Digitale Unterstützung zur Pandemiebewältigung mit SORMAS
Prof. Dr. Gérard Krause, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig

16:30 Podiumsdiskussion: Corona-Monitoring im Abwasser – Was sind die Herausforderungen?
Prof. Dr. Susanne Lackner
Fachgebietsleiterin Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt

Dr. Peter Quick
Geschäftsführer der Promega GmbH und Vorstandsvorsitzender der Fachabteilung Life Science Research des VDGH e.V.

Dr. Susanne Schmid
Leiterin der Abteilung Abwasserbehandlung der Stadtentwässerung Frankfurt am Main

Prof. Dr. Richard Neher
Forschungsgruppenleiter Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel

Moderation: Dr. Thomas Track
Leiter Wassertechnologie, DECHEMA e.V.

17:15 ENDE

Aufzeichnungen

Workshop Report

Institut IWAR@TU Darmstadt
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Abwasserprojekt an der TU Darmstadt

Seit Sommer 2020 wurde das Projekt um Prof. Susanne Lackner durch das Hessische Wirtschaftsministerium gefördert und vom Technologieland Hessen unterstützt.

Das Projekt in den Medien

Ansprechpartner
Felix Kaup
Felix Kaup

Dr. Felix Kaup

Projektleiter Ressourceneffizienz & Umwelttechnologien
Konradinerallee 9, 65189 Wiesbaden, Hessen, Germany
+49 611 95017 8636 felix.kaup@htai.de
Hendrik Pollmann
Hendrik Pollmann

Dr. Hendrik Pollmann

Projektmanager Life Sciences & Bioökonomie
Konradinerallee 9, 65189 Wiesbaden, Hessen, Germany
+49 611 95017 8610 hendrik.pollmann@htai.de
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