Wasserstoff dient als vielseitiger, klimaneutraler Energieträger und Rohstoff – insbesondere in der emissionsintensiven Industrie, im Schwerlast- und Fernverkehr sowie als langfristiger Energiespeicher für das Stromnetz.
Industrie
In der Industrie spielt Wasserstoff schon heute eine bedeutende Rolle. Der universelle Energieträger wird bereits als Rohstoff in diversen energieintensiven Prozessen unterschiedlicher Industriezweige, wie zum Beispiel der Stahl (Koks kann durch Wasserstoff ersetzt werden), Papier (für diverse Prozesse, z.B. Trocknung), Glas (für diverse Prozesse, z.B. Abkühlung), Chemischen (zur Herstellung von Ammoniak und Methanol) oder Automobilindustrie (für diverse Prozesse, z.B. in der Lackierung) aber auch zur Erzeugung von Prozesswärme verwendet und zum Teil unverzichtbar werden. Um die Klimaziele zu erreichen, wird am Ende des Tages ein erheblicher Bedarf an klimafreundlich produziertem Wasserstoff benötigt werden.
Industrielle Nutzung in der Produktion am Beispiel des Wärmesektors
Der vielseitige Energieträger Wasserstoff kann zudem zu Erzeugung von Wärme genutzt und im Kontext der Dekarbonisierung (erfolgreich) verwendet werden.
Dabei steht z.B. die Herstellung von Prozesswärme, insbesondere die industrielle Prozesswärme, im Fokus. Hier können geeignete Wasserstoffsysteme schadstofffreie Heißluft bis zu einer Temperatur von ca. 300 Grad liefern, die für sehr intensive Produktionsprozesse geeignet sind. Solche energieintensiven Produktionsprozesse lassen sich nur sehr selten und falls, unter sehr aufwendigen Bedingungen, mit Wärmepumpen oder Strom dekarbonisieren. Hier bietet sich die katalytischen Wasserstoffsysteme mit ihrer emissionsfreien Heißluft ideal, um den Prozess vollständig zu dekarbonisieren.
Kommunale Wärmeplanung
Mit Blick auf die kommunale Wärmeplanung und dabei die Gebäudeheizung ist es ebenfalls möglich Wasserstoff zu intergieren. D.h., z.B. bei einer Beimischung von bis zu 10 Volumenprozent Wasserstoff muss keine Umstellung oder technische Anpassung der Anlagen erfolgen, auch bei einer bereits vorhandenen alten Gasheizung trifft dies zu. Sollte die Beimischung bis zu 20 Volumenprozent vorgesehen sein sind die meisten der neuen Gasheizungen, auf jeden Fall ab Baujahr 2020, ebenfalls ohne technische Anpassungen dafür geeignet. Wasserstoff kann somit ohne große technische Anpassungen schon heute einer klimafreundlichen Wärmeversorgung von Städten beitragen und eine wichtige Option zur Erreichung der kommunalen Klimaziel sein.
Energiewirtschaft
Die in Hessen bereits installierte bzw. in Umsetzung befindliche Erzeugungskapazität für Wasserstoff mittels Wasser-Elektrolyse beträgt nach einer Erhebung der Landesstelle Wasserstoff im Juni 2026 mindestens 23 MW_el.