Wasser hat viele Gesichter. Es ist Produkt, öffentliches Gut, eine Ökosystemleistung, sogar UN-Menschenrecht. Hinzu kommt: Wasser ist essenziell für die industrielle Produktion. Das gilt für alteingesessene Branchen wie Chemie und Metallverarbeitung, genauso aber für sogenannte Schlüsseltechnologien. Sechs Schlüsseltechnologien bilden den Kern der 2025 vom Bundeskabinett beschlossenen „Hightech Agenda“. Sie sollen den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig sichern, stärken und resilienter machen.
„Die Mehrzahl dieser Schlüsseltechnologien ist von Wasser abhängig“, betont Dr. Thomas Track, Leiter des Bereichs Wassermanagement bei der Dechema e. V.. Künstliche Intelligenz beispielsweise verbraucht für die Kühlung der notwendigen Rechenzentren heute schon so viel Wasser wie eine Großstadt. Chipfabriken können ihre hochleistungsfähigen Halbleiter nur mit einem großen Volumen von Reinstwasser fertigen. Biotechnologie ist für ihre Prozesse auf wässrige Lösungen angewiesen, weil Mikroorganismen auf dem Trockenen nicht überleben. Auch klimaneutrale Mobilität braucht große Mengen Wasser, beispielsweise für die Herstellung von alternativen Kraftstoffen.