Robotiklabor: Mensch und Roboter gemeinsam denken

Im Robotiklabor des Fachgebiets Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel werden Forschungsarbeiten und daraus hervorgegangene Demonstratoren gebündelt. Hier steht die Frage der Mensch-Roboter-Interaktion im Mittelpunkt - ein Thema, das mit zunehmender Automatisierung, dem Einsatz kollaborativer Roboter und dem Aufkommen humanoider Systeme immer stärker in den Fokus der Industrie rückt. Die Lernfabrik bietet Unternehmen und ihren Beschäftigten einen praxisnahen Zugang zu aktuellen Robotik-Technologien.

Das Konzept: konkrete Arbeitsplätze statt abstrakter Szenarien

Das Robotiklabor zeichnet sich besonders durch seinen anwendungsbezogenen Ansatz aus: Anstatt mit vereinfachten Modellen oder generischen Aufgaben zu arbeiten, werden reale Arbeitsplatzsituationen aus der Industrie im Labor nachgebaut und die Möglichkeiten und Effekte des Robotereinsatzes untersucht. So wurde beispielsweise für einen großen Automobilhersteller ein konkreter Getriebefertigungsarbeitsplatz im Labor rekonstruiert und systematisch hinsichtlich der Mensch-Roboter-Kollaboration untersucht. Dieses Vorgehen erzeugt belastbares Forschungswissen, direkten Industrienutzen und vielfältige Möglichkeiten für Studierende, an praxisnahen Fragestellungen mitzuwirken.

Impressionen

Forschungs- und Demonstrationsschwerpunkte

Im Robotiklabor steht eine umfangreiche Sammlung an Exponaten und Demonstratoren zur Verfügung, die ein breites Spektrum aktueller Robotikanwendungen abdeckt:

Kollaborative Roboter (Cobots)

Kennenlernen verschiedener Cobot-Systeme und Greifer- sowie Sensortechnologien, konkrete Anwendungsszenarien testen, normkonforme Gefährdungsbeurteilungen für robotergestützte Arbeitsplätze durchführen.

Mobile Robotikplattformen und autonome Systeme

Lernen aus Anwendungen mit autonomen mobilen Robotern (AMR) für Intralogistik und Inspektion, Wissenstransfer und Demonstratoren aus den Forschungsprojekten RoboGasInspector (Inspektionssystem zur Gasleck-Ferndetektion), RobotAir (Servicerobotiksystem zur Detektion von Druckluftleckagen in Industrieanlagen) und U-hoch-3 (Intralogistik im Einzelhandel).

Humanoide Roboter

Arbeiten mit menschenähnlichen Robotern, unter anderem am Beispiel von sechs leicht programmierbaren kleinen und einem größeren Roboter zu Interaktionszwecken, diversen Multikoptern, einem humanoiden Manipulationsroboter und einer Outdoor-Roboterplattform.

Statt grauer Theorie demonstrieren wir anhand realer Arbeitsplätze Robotiklösungen, die nicht nur funktionieren, sondern vom Menschen angenommen werden und den Arbeitsalltag spürbar verbessern.
Jens Hegenberg

In aller Kürze: Interview mit Jens Hegenberg

Mit welchen Fragen oder Anliegen kommen Unternehmen am häufigsten auf Sie zu?

Oft geht es um die Neugestaltung von Arbeitsplätzen in der Produktion, z. B. mit dem Einsatz kollaborativer Roboter, kurz Cobots, die den Menschen unterstützen oder als flexible Automatisierungsmöglichkeit genutzt werden sollen. Mit dieser Roboterklasse können individuelle Lösungen auch bei kleinen Stückzahlen wirtschaftlich im Unternehmen umgesetzt werden. Auch verschiedene autonome mobile Robotikplattformen, z. B. für die Intralogistik, können Unternehmen bei uns kennenlernen.

Warum lohnt es sich für Unternehmen, gerade Ihre Lernfabrik zu besuchen?

Bei uns können verschiedene Lösungsansätze und beispielhafte Umsetzungen im Labor praktisch ausgetestet werden, bevor eine Investitionsentscheidung im Unternehmen getroffen wird. Unsere - im Rahmen der öffentlichen Förderung für Unternehmen kostenlosen - Beratungsangebote zum Robotereinsatz umfassen dabei auch angrenzende Themen wie die normkonforme Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen für roboterunterstützte Arbeitsplätze. Außerdem gibt es bei uns verschiedene Qualifizierungsangebote in diesem Bereich.

Wie kann ein Unternehmen auch nach einem Besuch Ihrer Lernfabrik von einer Zusammenarbeit profitieren?

Wir unterstützen auch die Lösungsumsetzung vor Ort im Unternehmen mit unserem Know-how. Hierzu gibt es die Möglichkeit, geförderte Angebot in Anspruch zu nehmen, mit unseren Studierenden oder auf Projektebene mit uns zusammenzuarbeiten.

Kontakt

Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik | Universität Kassel

Mönchebergstraße 7

34125 Kassel

 

Jens Hegenberg

Ansprechpartner

0561 804 7085

J.Hegenberg@uni-kassel.de

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