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Die BRAIN AG gewinnt Edelmetalle aus Abfällen

Mikroorganismen sind im Umgang mit metallhaltigen Erzen erfahrener als der Mensch. Seit Milliarden Jahren nutzen sie Metalle aus Gestein für ihren Stoffwechsel. BRAIN macht die mikrobiellen Werkzeuge industriell nutzbar und begegnet damit der Rohstoffknappheit und hiesigen Importabhängigkeit im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

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Aus Asche und Elektroschrott

Mit dem BRAIN BioXtractor verfügt das Unternehmen über ein mobiles Labor zur Rückgewinnung von Metallen aus metallarmen Erzen und Abfallströmen. Das lohnt sich, denn Aschen aus der Müllverbrennung weisen mitunter ähnliche Goldgehalte auf wie Golderze, Elektroschrott enthält gar bis zu hundertfache Mengen. Diese Schätze will BRAIN heben – und zwar mit den sanften Mitteln der Natur statt mit giftigen Chemikalien.

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Mit unseren biobasierten Verfahren für das Urban Mining können Abfallströme als neue Rohstoffquelle für Edel- und Technologiemetalle genutzt werden. Vor dem Hintergrund ihrer zunehmenden Verknappung wird die Bedeutung dieses Geschäftsfeldes weiter wachsen.
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Dr. Jürgen Eck, Vorstandsvorsitzender der BRAIN AG
Dr. Jürgen Eck, Vorstandsvorsitzender der BRAIN AG
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© BRAIN AG
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So funktioniert die Bioextraktion

Die Hauptrolle bei der Bioextraktion spielen von BRAIN identifizierte Bakterien mit einem Faible für wertvolle Metalle. Die Forscher nutzen verschiedene biologische Mechanismen: Beim Bioadhäsionsverfahren werden die Bakterien in eine wässrige Suspension des gemahlenen Feststoffs gegeben, wo sie sich an die edelmetallhaltigen Partikel anlagern. Beim Rühren unter Lufteinspeisung schwimmen sie nach oben und können abgetrennt werden. Bei der im BioXtractor vornehmlich genutzten Biolaugung hingegen lösen Stoffwechselprodukte der Bakterien die Zielmetalle aus dem Feststoff heraus. Zudem hat BRAIN eine Biosorptionstechnik für Metalle etabliert, die in gelöster Form vorliegen, zum Beispiel in Abwasserströmen.

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Biotech-Pioniere aus Hessen

Ob Metallrückgewinnung, Biokatalysatoren für die Chemieindustrie oder Bakterien, die Kohlendioxid in wertvolle Chemikalien umwandeln: BRAIN aus dem südhessischen Zwingenberg hat das Potenzial der mikrobiellen Werkzeuge früh erkannt und schon viele wegweisende Prozesse für eine nachhaltige Bioökonomie entwickelt. Das Unternehmen, das 2016 an die Börse ging, führt die hessische Tradition in der industriellen Biotechnologie fort. Zur Riege der Biotech-Pioniere aus Hessen zählen der Chemie- und Pharmakonzern Merck, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1668 zurückreichen, ebenso wie das 1907 gegründete Unternehmen Röhm & Haas, das das erste industrielle Enzym auf den Markt brachte und deren Enzymgeschäft heute vom Darmstädter Unternehmen AB Enzymes betrieben wird. Beim Wandel der Industrie in Richtung Bioökonomie nehmen Hessens Biotech-Unternehmen eine Vorreiterrolle ein.

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Kontakt

BRAIN AG
Darmstädter Straße 34-36
64673 Zwingenberg
Dr. Martin Langer, Head Business Unit Industrial BioSolutions
Telefon: +49 6251 9331-0
E-Mail: bioxtractor@brain-biotech.de

Mehr zur BRAIN auf S. 26 der Broschüre "Bioökonomie in Hessen"
Die Endlichkeit fossiler Rohstoffe, der Klimawandel und das weltweite Bevölkerungswachstum stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Lösungsansätze bietet unter anderem die industrielle Biotechnologie. Sie ermöglicht es, Rohstoffe aus Neben- und Abfallströmen zu gewinnen, Stoffkreisläufe zu schließen und chemische durch biotechnologische Prozesse zu ersetzen. Die industrielle Nutzung dieser Methoden kann einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften, zu Klima- und Ressourcenschutz leisten. Die Bioökonomie vernetzt traditionelle Industrien und treibt Innovationen an. Bisweilen wird schon von einer Biologisierung der Industrie gesprochen.
veröffentlicht am 12.06.2019

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Das Kompetenzfeld "Life Sciences & Bioökonomie" unterstützt Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und pharmazeutische Industrie. Zudem treibt es die Entwicklung der Bioökonomie voran, einer Wirtschaftsweise, die fossile Rohstoffe durch nachwachsende ersetzt. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf biotechnologischen Verfahren.
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Das Kompetenzfeld "Ressourceneffizienz & Umwelttechnologien" unterstützt den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch zukunftsfähig ist. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Ressourceneffizienz, Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS) und Exportförderung für Umwelttechnologien.
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